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Erfahrungsberichte

"Eine spannende, informative und hilfreiche Zeit!"

FSJler berichten aus ihrem Alltag

haftnotiz-185Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs beim ASB in Nordrhein-Westfalen erzählen in persönlichen Berichten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Sie schildern wie ihr Alltag aussieht und was in den ASB-Dienststellen alles los ist.

Übersicht Erfahrungsberichte:

Benny: „Wenn Reaktion in Minutenschnelle das Überleben bedeuten kann…“

FSJler im Bereich ASB-Hausnotruf

Mein Name ist Benjamin, aber meine Freunde und Arbeitskollegen nennen mich Benny. Ich bin 23 Jahre alt und mache ein FSJ beim Arbeiter-Samariter-Bund in Düsseldorf. Nachdem ich meine Ausbildung aus finanziellen Gründen nicht beenden konnte, wusste ich erstmal nicht so recht, was ich machen sollte. Da kam mir die Idee. Da ich mal vor meiner Ausbildung im organisatorischen Bereich im Kirchdienst tätig war, wusste ich, dass ich statt Zivi ein Freiwilliges Soziales Jahr machen kann.

Da kam die nächste Hürde: „Wo mache ich mein FSJ?“ Durch Zufall erzählte ich es einem Bekannten, der mir sagte, dass sein Sohn beim ASB tätig sei und ich da mal anfragen solle – was ich dann auch tat. Die Antwort kam prompt, ich wurde zu einem Gespräch beim ASB eingeladen. Meine Bewerbung und mein Bewerbungsgespräch wurden akzeptiert, ich durfte mir die Stelle ansehen und nahm sie an.

In der ersten Woche, es war 7 Uhr, lernte ich die Einsatzstelle kennen und durfte dann meinen Kollegen in der Einsatzleitzentrale im Bereich Hausnotruf unter die Arme greifen. Ichwar mir sehr unsicher, ob ich alles richtig mache, doch ich bekam Unterstützung von allen Seiten. Die meisten Menschen, die einen Hausnotruf besitzen, sind ältere Menschen, die sich nur eins wünschen: `Ich will zuhause leben.` Auch wenn sie alleinstehend und gebrechlich sind, die gewohnten vier Wände will kaum einer gegen einen Platz im Altersheim eintauschen. Unsere Einsatzleitzentrale besteht hauptsächlich aus jüngeren Kollegen im Alter von 20 bis 23 Jahren.

Zuvor fragte ich mich natürlich, was das für Patienten sind, die diesen Hausnotruf benötigen und unsere Hilfe in Anspruch nehmen. Was passiert, wenn ein älterer Mensch in der Badewanne ausrutscht? Wie kann sich der Rollstuhlfahrer helfen, wenn er auf den Boden gefallen ist? Was machen ein Lebensmittel-Allergiker oder eine Diabetikerin, wenn sie einen Anfall haben – aber niemand in Reich- oder Rufweite ist? Da, wo Reaktion in Minutenschnelle das Überleben bedeuten kann, hilft ein Handsender und eine Empfangsstation. Den kleinen Sender kann sich jeder um den Hals hängen. Ein Knopfdruck auf das kleine Ding löst eine Kette an Reaktionen aus: Der Notruf geht direkt in die ASB-Zentrale nach Köln; die Zentrale spricht mit dem Teilnehmer bzw. Kunden; umgehend bekommen wir nach Düsseldorf eine Nachricht gesendet mit den nötigen Informationen. Dort sind die Daten des Kunden gespeichert, seine Krankheitsgeschichte und die Schlüsselnummer. Jeder unserer Kunden hat seine eigene Schlüsselnummer, damit wir wissen, zu wem welcher Schlüssel gehört. Unverzüglich nachdem die Meldung eingegangen ist, verlasse ich die Zentrale, fahre zum Kunden und helfe.

Kristina: „Drei Tage arbeiten - sechs Tage frei ..."

FSJlerin im Bereich Schwerstbehindertenbetreuung beim ASB

Ich arbeite seit dem 01.Juli 2009 beim Arbeiter-Samariter-Bund als Assistenzkraft für eine Studentin mit körperlicher Behinderung. Zu meinen Aufgaben gehört im Rahmen der Studienassistenz das Mitschreiben in Vorlesungen. Weiter begleite ich sie zu Arztbesuchen und in Bereichen der Freizeit. Dabei leiste ich, wenn nötig, Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Terminen.

Außerdem übernehme ich Hilfstätigkeiten im pflegerischen Bereich wie Waschen, An- und Auskleiden sowie Tätigkeiten der Haushaltsführung, Einkaufen, Kochen und Putzen. Neben der praktischen Arbeit in meiner Einsatzstelle nehme ich an regelmäßigen Seminaren teil. Die FSJ-Seminare sind sehr abwechslungsreich, vielfältig und interessant. Man hat eine große Auswahl an Angeboten wie z. B. Bewerbungstraining oder auch Rollstuhltraining. Außerdem bieten mir die Seminare die Möglichkeit, meine Erfahrungen mit anderen FSJlern auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Ich arbeite 3 Tage à 16 Stunden und habe dann jeweils sechs Tage frei. Anders als bei den meisten FSJ-Tätigkeiten arbeite ich den ganzen Tag mit derselben Person zusammen und habe deshalb außerhalb meiner Seminarwochen kaum Kontakt zu anderen FSJlern. Gerade bei so einer Betreuungstätigkeit ist es wichtig, dass man sich gut mit dem Klienten versteht.

Ich hatte das Glück, eine Freundin in meiner Klientin zu finden, und bin echt froh, dieses Jahr absolviert zu haben. Für mich steht das FSJ für ein Jahr voller Herausforderungen, Spaß, Lernen und neuer Kontakte.

Überaus vielseitig und abwechslungsreich ..."

Clemens, FSJler im Bereich Rettungsdienst (RTW) beim ASB

Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich von Rettungsdienst/Krankentransport, Breitenausbildung, Hausnotruf und Sanitätsdiensten: Das war das Ergebnis meiner Bewerbung beim ASB im September 2009. Die doch sehr unterschiedlichen Aspekte dieses FSJs klingen für den ein oder anderen bestimmt überaus vielseitig und abwechslungsreich... und ich muss sagen: so ist es auch. Jedem, der etwas in diese Richtung bereits in Erwägung gezogen hat, kann ich es nur empfehlen.

Auch wenn man vorher nichts mit diesem "Berufsgenre" zu tun hatte, wird man sich relativ schnell zurecht finden und ein reges Interesse dafür entwickeln (so war es jedenfalls bei mir). Es ist eine meiner Meinung nach um einiges sinnvollere Beschäftigung (gerade für einen selbst), als beispielsweise neun Monate Zivildienst in der Pforte eines Altenheims am Laptop abzusitzen. Zudem ist es gerade für Medizininteressierte eine gute Überbrückung von Wartesemestern. In diesem Zusammenhang darf man aber auch nicht die negativen Aspekte eines FSJ vernachlässigen; so war es gerade am Anfang eine wirklich anstrengende Zeit, die viele stressige Wochen beinhaltete und mich daran zweifeln ließ, ob neun Monate "chillen" (und bessere Bezahlung) nicht vielleicht doch besser gewesen wären. Da mir allerdings der Bereich des Rettungsdienstes besonders zusagt und ich im Anschluss an mein FSJ sogar noch die Assistentenausbildung mache, stehe ich der Sache im Großen und Ganzen sehr positiv gegenüber. Man bekommt so viele fremde Haushalte zu sehen wie nie zuvor (was natürlich auch seine negativen Seiten hat), man führt verschiedene Tätigkeiten aus, so dass es nicht zu monoton wird (das bedeutet allerdings auch: keine geregelten Arbeitszeiten, verschiedene Arbeitsstätten und Wochenenddienst) und bekommt ein Grundlagenwissen im medizinischen Bereich. Fazit: Wer sich darüber im Klaren ist, dass er es "leichter" haben könnte, und trotzdem lieber einer etwas anspruchsvolleren Tätigkeit nachgehen möchte, soll es machen.

Krankentransport: großes Vergnügen und reichlich Abwechslung ..."

Lukas, FSJler im Bereich Ersthelfer-Ausbildung und Krankentransport (KTW) beim ASB

Da ich aufgrund meiner Wehrdienstpflicht einen Wehr- bzw. Zivildienst nach meiner Schulzeit ableisten muss, habe ich mich mit dem Thema „FSJ“ auseinandergesetzt. Ein Wehrdienst kam für mich auf keinen Fall in Frage, also entschied ich mich für die Kriegsdienstverweigerung und musste somit eine Zivildienst- bzw. FSJ-Stelle finden. So kam es, dass ich bei sämtlichen Hilfsorganisationen anfragte, unter anderem auch beim ASB. Der ASB schien von Anfang an sowohl unkompliziert als auch freundlich und sicherte mir auch gleich als Einstieg in das FSJ eine Ausbildung als Rettungssanitäter zu, was mich letzten Endes dazu bewog, diese Stelle anzunehmen. Dafür gab es studienplatztechnische Gründe. Als ganz besonderes Schmankerl bot der ASB mir sogar an, eine Ausbildung zum Erste-Hilfe-Ausbilder machen zu können, sofern ich das wollte. Wir FSJler waren auch für die Breitenausbildung vorgesehen.

Die Arbeit auf dem Krankentransportwagen bereitet mir besonders großes Vergnügen und reichlich Abwechslung, und ich bin froh, dass ich doch auch in diesem Bereich und nicht nur in der Breitenbildung als Ersthelfer-Ausbilder eingesetzt werde. Abschließend kann ich behaupten, dass ein solches FSJ, wie ich es ableiste, wohl die sinnvollste Möglichkeit darstellt, seinen Zivildienst abzugelten.

„Ich habe einen vollen Einblick in das Arbeitsleben im Krankenhaus bekommen ..."

Michael, FSJler im Bereich Krankentransport (KTW) beim ASB

Bei der Musterung wurde ich in die Kategorie "T5" eingestuft und somit ausgemustert. Zu der Zeit war dies für mich das denkbar Beste, sofort konnte ich mich beruflich orientieren und eine Richtung (z. B. ein Studium) einschlagen. Doch in welche Richtung wollte ich jetzt genau gehen? Betriebswirtschaft? Will ich das wirklich? Bisher hatte ich mir den größten Kopf um eine Zivistelle gemacht, da wollte ich mir eine Stelle im Bereich des Krankentransports "erobern". Jetzt aber hatte ich die Gewissheit, keine neun Monate zu verschwenden. Aber wären die wirklich verschwendet gewesen? Eigentlich hatte ich mich schon darauf eingestellt und sogar ein bisschen gefreut...

Ein Bekannter hatte ein FSJ gemacht und berichtete mir davon. Daraufhin habe ich mich darüber informiert und mich schließlich bei diversen Hilfsorganisationen beworben. Da ich das Jahr freiwillig machen würde, wollte ich ausschließlich die Tätigkeiten ausüben, die mich interessierten. Die anderen "Hiorgs“ boten nicht die Möglichkeit, ein FSJ ausschließlich im Bereich "Krankentransport" zu leisten. Lediglich das Angebot des ASB entsprach meinen Vorstellungen – also ließ ich mich darauf ein. Viele Bekannte und Freunde nörgelten: "Du verschwendest das Jahr", "Mach doch was Anständiges", "Willst du nicht studieren?" Nein, ich wollte neue Dimensionen kennenlernen – und zwar in einem Bereich, der mir ganz neu war. Außerdem stellte ich es mir toll vor, ein Jahr vor sich hin zu leben, ohne groß zu lernen, ohne großen Stress. Trotzdem zweifelte auch ich daran... war es das Richtige? Interessiert dich das wirklich? Wirst du für "Drecksarbeit" missbraucht???

Der Juli begann, ich war vier Wochen in der ASB-Landesschule in Erftstadt. Dort wurden mir die Grundlagen für die Arbeit im Krankentransport bzw. Rettungsdienst vermittelt. Es waren vier interessante Wochen! Ich hatte keinerlei Vorkenntnisse, lediglich einen Erste-Hilfe-Kurs hinter mir. Alles kein Problem. Also auch komplette Neueinsteiger wie ich können gut Fuß fassen und sind genauso etabliert wie andere. Ich hatte die Möglichkeit, im Zuge dieser Zeit direkt meine Ausbildung zum Rettungssanitäter abzuschließen. Dafür ging ich nach der Erftstadt-Schulzeit direkt für vier Wochen in ein Krankenhaus. Es war superspannend, die theoretisch erlernten Sachen in der Realität zu sehen und vor allem mit Menschen umzugehen. Im Krankenhaus war ich eine Woche auf der "normalen" Station, danach auf der Intensivstation, der Notfallaufnahme und im OP. In diesen vier Wochen habe ich quasi einen vollen Einblick in das Arbeitsleben im Krankenhaus bekommen.

Nach dem Krankenhauspraktikum folgte das Rettungswachenpraktikum auf der ASB-Rettungswache. Hier fuhr ich vier Wochen als Praktikant auf dem Kranken- bzw. Rettungswagen mit. Der Rettungswagen war natürlich viel interessanter, mein Alltag später war allerdings der Krankenwagen. Auch meine Arbeitszeiten waren gut annehmbar. Ab und zu musste ich ziemlich früh raus (um 5:45 Uhr auf der Wache sein), die Regel war allerdings ein Arbeitsbeginn um 8:45 Uhr. Manche Krankenwagen fahren sechs Stunden, andere neun Stunden. Ab und zu werden die Zivis bzw. FSJler auf unserem Dienstplan so eingeteilt, dass wir nur einspringen müssen, falls ein Kollege plötzlich krank wird.

Die Wochen und Monate vergingen wie im Fluge, mittlerweile schlich sich immer mehr Routine in mein Arbeitsleben. Auch in meiner Stadt kannte ich mich nun viel besser aus als vorher!

Im Nachhinein bereue ich mein FSJ nicht! Unser Aufgabenfeld war mit dem der hauptamtlichen Kollegen fast identisch. Selbst samstags musste ich nur einmal arbeiten. Nervig war es, an Tagen wie Rosenmontag nicht zu feiern, sondern im Krankenwagen zu sitzen. Doch auch so was gehört halt dazu. Ich persönlich hatte in diesem Jahr auch die Möglichkeit, in Ruhe über meine Zukunft nachzudenken und nach Alternativen zu suchen.

ASB-Landesschule NRW | Carl-Schurz-Straße 191 | 50374 Erftstadt
Telefon: 02235-92728-0   |  Fax: 02235-92728-29
E-Mail: landesschule@asb-nrw.de |  Internet: www.asb-landesschule-nrw.de

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