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"Nach meinem FSJ werde ich beim Rettungsdienst einsteigen"

Stephan, FSJler im Bereich Krankentransport und Ersthelfer-Ausbildung beim ASB

Am 1.7.2009 begann mein Freiwilliges Soziales Jahr beim ASB. Im Vorfeld war ich natürlich sehr gespannt, was mich erwarten würde. Nachdem ich den Erste-Hilfe-Kurs, die Einweisung in den Betrieb, den medizinischen Test, den Personenbeförderungsschein, noch eine Einweisung – diesmal in die Fahrzeuge –, das Fahrtraining sowie den Fremdsprachenkurs „Suaheli für Anfänger“ hinter mir hatte, stand einer guten Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

Beim ASB bin ich zu diesem Zeitpunkt für Krankentransporte aller Art eingestellt worden. KTW, BKF, BFD, QVC, RTL das waren nur einige Abkürzungen, die ich mir merken musste. So war es auch kein Problem, Sätze wie: " Fahrt mal ins EKO zur ZNA mit dem BKF und bringt Frau XXXX LI nach EKN." zu verstehen. Bevor ich jedoch auf die Menschheit losgelassen wurde, bekam ich vom ASB den Rettungshelfer geschenkt. Diese Ausbildung zog sich über zwei Wochen bei der Feuerwehr für die Theorie und anschließend zwei Wochen Rettungswachenpraktikum, ebenfalls bei der Feuerwehr. Ich bin sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, denn das waren die zwei interessantesten Wochen, die ich bis dato hatte.

Nachdem der Helfer bestanden war, fing ich also an, für den ASB zu fahren. Am Anfang war ich ziemlich unzufrieden. Überstunden, Überstunden, Überstunden, Stress, Stress, Stress und von einer Lösung war weit und breit nichts zu sehen. Dann kam unser erstes FSJ-Seminar in Erftstadt und damit auch die Wende. Ich habe gemerkt, dass der Stress und die Überstunden fast überall vorkommen, was mir die ganze Sache erleichterte. Während des FSJ geht man auf fünf Seminare. Die Seminare sind interessant gestaltet, unser Dozent ist klasse und die Dynamik in unserer Gruppe stimmte vom ersten Moment. Zurück aus Erftstadt war nichts mehr so, wie es vorher war. Kein Stress mehr, keine Überstunden, und die Arbeit fing an, Spaß zu machen – und macht es auch jetzt, nach 9 Monaten, noch.

Mittlerweile will ich bei dieser Sache bleiben und im Rettungsdienst einsteigen. Seit Kurzem bin ich Erste-Hilfe-Ausbilder für den ASB. Der A1, so nennt sich der Ausbilderlehrgang, fand ebenfalls in Erftstadt statt und dauerte 8 Tage. Im Laufe der Zeit wird Erftstadt wie eine zweite Heimat für den FSJler, und wenn man mal davon absieht, dass es dort einfach NIX gibt, ist es ganz schön dort. Mit dem Ausbilderschein in der Tasche kann ich jetzt neben den Fahrten auch durch Erste-Hilfe-Kurse dem ASB dienen. EH-Kurse sind eine willkommene Abwechslung von dem eigentlich immer ähnlichen Alltag, und kein Kurs ist wie der andere, sodass die Spannung bleibt. Der Alltag als Fahrer beim ASB sieht folgendermaßen aus: BKF( Betreute Krankenfahrt) morgens Dialyse, Entlassungen, Verlegung, Dialyse zurück, Feierabend. Im Laufe der Zeit baut man Beziehungen zu seinen Schäfchen auf, was die ganze Sache ein wenig persönlicher und somit auch netter für die Patienten macht. Dialysepatienten müssen jeden zweiten Tag zur Dialyse, weswegen sich dieses Verhältnis schnell aufbaut. Natürlich ist nicht alles immer Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt Patienten, mit denen man warm wird, und Patienten, die einen zur Weißglut bringen. Bei den Zwischenfahrten weiß man eigentlich nie, was auf einen zukommt.

Zu Beginn, als alles noch neu war – kranke Menschen, alte Menschen, behinderte Menschen – hatte ich mir noch viele Gedanken gemacht und es als etwas Besonderes angesehen. Mittlerweile ist eine positive Gleichgültigkeit eingetreten. Die Nervosität ist weg und der Umgang mit den Patienten wird dadurch leichter. Leider kommt es vor, dass der zeitliche Druck bei den Zwischenfahrten sehr groß ist. Beim KTW (KrankenTransportWagen) ist das anders. Wir fahren für den EJK-Verbund und die Feuerwehr Oberhausen KTW. Bei diesen Fahrten hat man so gut wie keinen Stress, aber eine höhere Verantwortung, was die ganze Sache etwas spannender macht. Hier kann es schon mal passieren, dass man auch auf einen frischen Schlaganfall oder Herzinfarkt stößt.

Wenn ich auf meine Zeit als FSJler beim ASB zurückblicke, kann ich sagen, dass ich es nicht bereue, ein FSJ gemacht zu haben und es auch noch weiter mache. Ich würde auch jederzeit das FSJ dem Zivi vorziehen. Zum einen macht es sich besser im Lebenslauf und man bekommt kleine "Geschenke" wie den Rettungshelfer, Rettungssanitäter oder A1, zum anderen kann man die Zeit bis zur Ausbildung oder zum Studium besser überbrücken und hat somit keine allzu große Lücke im Lebenslauf. Auch wenn der ASB quasi die Mutter aller Hilfsorganisationen ist, ist er bei den Menschen relativ unbekannt ("ABS, is dat nich fürs Auto?“). Der ASB ist aber meiner Meinung nach ein junger, frischer, dynamischer Verein, was vor allem den FSJlern und Zivis zu verdanken ist. Die Kunden sind aus diesem Grund auch sehr mit dem ASB zufrieden, weil alles lebendiger ist. Ich hoffe, mein Bericht konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt des FSJ geben und euch bei eurer Suche nach einer FSJ-Stelle weiterhelfen.

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