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Erfahrungsberichte

"Eine spannende, informative und hilfreiche Zeit!"

FSJler berichten aus ihrem Alltag

haftnotiz-185Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs beim ASB in Nordrhein-Westfalen erzählen in persönlichen Berichten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Sie schildern wie ihr Alltag aussieht und was in den ASB-Dienststellen alles los ist.

Übersicht Erfahrungsberichte:

"Nach meinem FSJ werde ich beim Rettungsdienst einsteigen"

Stephan, FSJler im Bereich Krankentransport und Ersthelfer-Ausbildung beim ASB

Am 1.7.2009 begann mein Freiwilliges Soziales Jahr beim ASB. Im Vorfeld war ich natürlich sehr gespannt, was mich erwarten würde. Nachdem ich den Erste-Hilfe-Kurs, die Einweisung in den Betrieb, den medizinischen Test, den Personenbeförderungsschein, noch eine Einweisung – diesmal in die Fahrzeuge –, das Fahrtraining sowie den Fremdsprachenkurs „Suaheli für Anfänger“ hinter mir hatte, stand einer guten Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

Beim ASB bin ich zu diesem Zeitpunkt für Krankentransporte aller Art eingestellt worden. KTW, BKF, BFD, QVC, RTL das waren nur einige Abkürzungen, die ich mir merken musste. So war es auch kein Problem, Sätze wie: " Fahrt mal ins EKO zur ZNA mit dem BKF und bringt Frau XXXX LI nach EKN." zu verstehen. Bevor ich jedoch auf die Menschheit losgelassen wurde, bekam ich vom ASB den Rettungshelfer geschenkt. Diese Ausbildung zog sich über zwei Wochen bei der Feuerwehr für die Theorie und anschließend zwei Wochen Rettungswachenpraktikum, ebenfalls bei der Feuerwehr. Ich bin sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, denn das waren die zwei interessantesten Wochen, die ich bis dato hatte.

Nachdem der Helfer bestanden war, fing ich also an, für den ASB zu fahren. Am Anfang war ich ziemlich unzufrieden. Überstunden, Überstunden, Überstunden, Stress, Stress, Stress und von einer Lösung war weit und breit nichts zu sehen. Dann kam unser erstes FSJ-Seminar in Erftstadt und damit auch die Wende. Ich habe gemerkt, dass der Stress und die Überstunden fast überall vorkommen, was mir die ganze Sache erleichterte. Während des FSJ geht man auf fünf Seminare. Die Seminare sind interessant gestaltet, unser Dozent ist klasse und die Dynamik in unserer Gruppe stimmte vom ersten Moment. Zurück aus Erftstadt war nichts mehr so, wie es vorher war. Kein Stress mehr, keine Überstunden, und die Arbeit fing an, Spaß zu machen – und macht es auch jetzt, nach 9 Monaten, noch.

Mittlerweile will ich bei dieser Sache bleiben und im Rettungsdienst einsteigen. Seit Kurzem bin ich Erste-Hilfe-Ausbilder für den ASB. Der A1, so nennt sich der Ausbilderlehrgang, fand ebenfalls in Erftstadt statt und dauerte 8 Tage. Im Laufe der Zeit wird Erftstadt wie eine zweite Heimat für den FSJler, und wenn man mal davon absieht, dass es dort einfach NIX gibt, ist es ganz schön dort. Mit dem Ausbilderschein in der Tasche kann ich jetzt neben den Fahrten auch durch Erste-Hilfe-Kurse dem ASB dienen. EH-Kurse sind eine willkommene Abwechslung von dem eigentlich immer ähnlichen Alltag, und kein Kurs ist wie der andere, sodass die Spannung bleibt. Der Alltag als Fahrer beim ASB sieht folgendermaßen aus: BKF( Betreute Krankenfahrt) morgens Dialyse, Entlassungen, Verlegung, Dialyse zurück, Feierabend. Im Laufe der Zeit baut man Beziehungen zu seinen Schäfchen auf, was die ganze Sache ein wenig persönlicher und somit auch netter für die Patienten macht. Dialysepatienten müssen jeden zweiten Tag zur Dialyse, weswegen sich dieses Verhältnis schnell aufbaut. Natürlich ist nicht alles immer Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt Patienten, mit denen man warm wird, und Patienten, die einen zur Weißglut bringen. Bei den Zwischenfahrten weiß man eigentlich nie, was auf einen zukommt.

Zu Beginn, als alles noch neu war – kranke Menschen, alte Menschen, behinderte Menschen – hatte ich mir noch viele Gedanken gemacht und es als etwas Besonderes angesehen. Mittlerweile ist eine positive Gleichgültigkeit eingetreten. Die Nervosität ist weg und der Umgang mit den Patienten wird dadurch leichter. Leider kommt es vor, dass der zeitliche Druck bei den Zwischenfahrten sehr groß ist. Beim KTW (KrankenTransportWagen) ist das anders. Wir fahren für den EJK-Verbund und die Feuerwehr Oberhausen KTW. Bei diesen Fahrten hat man so gut wie keinen Stress, aber eine höhere Verantwortung, was die ganze Sache etwas spannender macht. Hier kann es schon mal passieren, dass man auch auf einen frischen Schlaganfall oder Herzinfarkt stößt.

Wenn ich auf meine Zeit als FSJler beim ASB zurückblicke, kann ich sagen, dass ich es nicht bereue, ein FSJ gemacht zu haben und es auch noch weiter mache. Ich würde auch jederzeit das FSJ dem Zivi vorziehen. Zum einen macht es sich besser im Lebenslauf und man bekommt kleine "Geschenke" wie den Rettungshelfer, Rettungssanitäter oder A1, zum anderen kann man die Zeit bis zur Ausbildung oder zum Studium besser überbrücken und hat somit keine allzu große Lücke im Lebenslauf. Auch wenn der ASB quasi die Mutter aller Hilfsorganisationen ist, ist er bei den Menschen relativ unbekannt ("ABS, is dat nich fürs Auto?“). Der ASB ist aber meiner Meinung nach ein junger, frischer, dynamischer Verein, was vor allem den FSJlern und Zivis zu verdanken ist. Die Kunden sind aus diesem Grund auch sehr mit dem ASB zufrieden, weil alles lebendiger ist. Ich hoffe, mein Bericht konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt des FSJ geben und euch bei eurer Suche nach einer FSJ-Stelle weiterhelfen.

„Hier herrscht ein äußerst angenehmes Betriebsklima ..."

Dustin, FSJler im Bereich Medizinische Transportlogistik beim ASB

Angefangen hat alles im Sommer 2009. Die Schule war zu Ende, das Abi geschafft, nur – was dann? Der hauptsächliche Grund dafür, dass ich mich damals für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden habe, war schlicht und ergreifend der, dass ich mir noch nicht wirklich schlüssig darüber war, was ich jetzt eigentlich genau nach dem Abi machen wollte, da es für mich immer zwei völlig verschiedene Interessenbereiche gab. Deshalb hielt ich das FSJ für eine sinnvolle Zeitüberbrückung bis zum Studium oder zur Ausbildung. Nicht nur der Umgang mit anderen Menschen und die Erfahrung, wie es im späteren Arbeitsalltag einmal aussehen wird, waren ausschlaggebende Punkte, die mich zu dieser Entscheidung brachten. Nein, auch der Fakt, dass ich mich sozial engagieren konnte und dem Wohl anderer dienen konnte, reizte mich sehr. Außerdem hatte ich damals schon vor der Bewerbung um eine Stelle erfahren, dass man auch bei einem FSJ nicht ganz leer ausgeht. Mindestens ein kleines Taschengeld, wurde mir mitgeteilt, würde man hier erhalten. Letzten Endes kam es sogar noch besser: Neben dem Taschengeld bekam ich noch ein saftiges Verpflegungsgeld sowie eine Fahrtkostenerstattung zur Dienststelle, so dass ich insgesamt auf ein stattliches „Monatsgehalt“ kam.

So weit, so gut – jetzt war es an der Zeit herauszufinden, bei welchen Organisationen die Möglichkeit besteht, ein FSJ zu absolvieren. Durch reichliche Recherche im Internet wurde ich auf mehrere Unternehmen aufmerksam, bei denen ich mich auch sofort bewarb. Noch am gleichen Tag erhielt ich eine Antwort vom Arbeiter-Samariter-Bund. Ich solle doch bitte kurz anrufen, um einen Termin für ein Bewerbungsgespräch auszumachen. Gesagt, getan: Schon in der folgenden Woche fand das Gespräch statt – mit Erfolg, ich hatte die erste Zusage. Da ich mich vorher nur grob über den ASB informiert hatte, beschäftigte ich mich noch einmal genauer mit dem Unternehmen und fand schnell heraus, dass in meiner Stadt das Gebiet „Medizinische Transportlogistik“ vertreten ist. Das hörte sich für mich interessant an, und nach Absprache mit dem Fahrdienstleiter meiner Zentrale war schnell klar, dass ich in diesem Bereich tätig sein würde. Nachdem ich den Vertrag unterschrieben hatte, erfuhr ich die Arbeitszeiten, was mich ein wenig ins Stocken kommen ließ: verschiedene Schichten rund um die Uhr. Aber nachdem ich etwas genauer darüber nachgedacht hatte, war es mir egal. Ich hätte mich ja auch vorher darüber informieren können, was ich aber nicht getan hatte, da es für mich von Anfang an zweitrangig war, zu welchen Zeiten ich arbeiten muss. Primär ging es darum, überhaupt eine Stelle gefunden zu haben.

Schon am ersten Arbeitstag war mir schnell klar: hier herrschte ein äußerst angenehmes Betriebsklima. Alle duzten sich gegenseitig und kamen gut miteinander aus. Zu meinem Job: ich fuhr im Schnitt ca. 300 km täglich. Da kein Mensch perfekt ist, ist eigentlich schon vorprogrammiert, dass man früher oder später bei so einem Job eine Macke in ein Auto fährt oder sogar einen etwas größeren Unfall baut. So ist es auch mir passiert: Zu meinem Erstaunen war dies aber nicht weiter schlimm. Fehler sind menschlich. Auch in Sachen Urlaub kam ich nicht zu kurz. 27 Tage – für mich vollkommen ausreichend. Im Endeffekt sogar so viel, dass ich mein FSJ 5 Wochen eher beendet habe, weil ich noch so viele Urlaubstage hatte und natürlich auch einige Überstunden angefallen waren.

Alles in allem würde ich den jungen Leuten allerdings folgenden Rat mit auf den Weg geben: Solltet ihr euch darüber im Klaren sein, was genau ihr nach der Schule machen wollt, und die Möglichkeit haben, unmittelbar nach der Schule damit anzufangen, dann macht das auch! Seid ihr euch nicht klar darüber, oder klappt es nicht direkt so, wie ihr es euch vorgestellt habt, dann ist das FSJ definitiv eine gute Sache, um die entstehende Lücke zu überbrücken. Ich bereue in keinster Weise meine Entscheidung, ein FSJ gemacht zu haben, da ich überwiegend gute Erfahrungen in dieser Zeit gemacht habe. Natürlich kam es ab und zu zu Konflikten mit Kollegen oder Vorgesetzten, diese wurden allerdings immer schnell geregelt und aus der Welt geschafft.

„Nach meiner Schulzeit war die Frage: Was soll ich machen?"

Gerrit, FSJler im Bereich Hausnotruf beim ASB

Noch während meiner Schulzeit tat sich nach Erhalt meines Musterungsbescheids die Frage auf: „Was soll ich machen?“ Für mich war ziemlich schnell klar, dass ich nicht zur Bundeswehr gehen möchte. Ich informierte mich im Internet über mögliche Tätigkeiten und bewarb mich schließlich für eine Stelle beim Arbeiter-Samariter-Bund. Hier sollte ich im Bereich Hausnotruf tätig sein. Mein zukünftiger Chef zeigte mir die Dienststelle sowie die Fahrzeuge und erklärte mir die Tätigkeiten, die ich übernehmen würde. Nachdem ich mir ein Bild gemacht hatte und nach einiger Überlegungszeit willigte ich ein und unterschrieb den Arbeitsvertrag. Das schlagende Argument war hierbei für mich, dass ich keinen „Leerlauf“ von drei Monaten haben würde, wie es beim Zivildienst der Fall wäre, und mich somit nahtlos meiner weiteren Aus- und Weiterbildung widmen könne. Obwohl ich etwas weniger Geld als beim Zivildienst bekommen würde, konnte ich mit meiner Entscheidung für das FSJ gut leben.

Bei meiner Tätigkeit im Hausnotruf hatte ich viel Freizeit, da ich im Durchschnitt nur acht Schichten im Monat hatte. Das hatte aber natürlich auch Schattenseiten, denn eine Schicht dauerte ganze zwölf Stunden, und es gab Tag- und Nachtschichten. Auch an Wochenenden und Feiertagen muss gearbeitet werden, denn die Stelle ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr besetzt. Wenn keine Arbeit anfiel oder man keine Einsätze bekam, konnte man sich im Aufenthaltsraum beschäftigen. Hier hatte ich einen Fernseher und einen Internetzugang sowie für die Nachtschichten natürlich auch ein Bett zur Verfügung. Auch die Lehrgänge, die Pflicht für den FSJler sind, waren immer eine Bereicherung. Dort lernte ich z. B. mehr über meine Rechte als FSJler oder hilfreiches Wissen für meinen Arbeitsalltag kennen. Auch hier kam die Freizeit und der Austausch mit FSJlern von anderen Dienststellen oder Tätigkeitsbereichen nie zu kurz. Ich würde ein Freiwilliges Soziales Jahr generell weiterempfehlen, kann das aber natürlich nur für meine Tätigkeit und meine Dienststelle tun. Mit dieser war ich sehr zufrieden und würde daher jedem, der sich zwischen Zivildienst und FSJ entscheiden muss, zu einem FSJ raten.

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